Ziegenhain

Am 15.11.1640
Unterschrift: Nicht verfügbar
Autor: Unbewusst
Katalognummern:
Kollektion Český Šternberk: 286a/ 483 D

Gründlicher Abrisz deren den 15. Novemb. 1640 zwischen Herrn Obr. Reinhold von Rosen mit dem Keys. General-Feld-Marschallen Leutnant Baron de Breda bay Ziegenhain gehabten Recontre.

Gründlicher Abrisz deren den 15. Novemb. 1640 zwischen Herrn Obr. Reinhold von Rosen mit dem Keys. General-Feld-Marschallen Leutnant Baron de Breda bay Ziegenhain gehabten Recontre.

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Auf dem Druck ist ein kleineres Gefecht abgebildet. Hinter einem Wald stehen militärische Formationen angetreten, rechts ist die Stadt Ziegenhein angedeutet. Im Hintergrund flüchten einige Reiter; im Vordergrund links ist ein Trompeter und drei Dragoner aufgezeichnet. In der Umgebung brennen einige Dörfer, deren Namen angegeben sind. Unter dem Bild steht der deutsche Erklärungstext.

In den ersten Monaten des Jahres 1640 machte sich die mächtige kaiserliche Armee unter dem Kommando des Erzherzogs Leopold Wilhelm und des Marschalls Piccolomini auf nach Böhmen, um Baners Armee, die in Böhmen plünderte und wütete, zum Rückzug zu zwingen. Die Schweden zogen nach Nordwesten und wurden von den Kaiserlichen verfolgt. Der Feldzug führte in das westliche Sachsen, nach Thüringen und Hessen, hier bekam Baner eine Verstärkung durch die hessische, französische und Braunschweiger Armee. Beide Armeen schlugen dann für kurze Zeit ihre Lager bei Saalfeld auf, kam jedoch zu keiner entscheidenden Schlacht. Piccolomini konnte der feindlichen Übermacht geschickt ausweichen. Der Lebensmittelmangel zwang zuerst die Armee unter Baners Kommando, die aus schwedischen, französischen, hessischen und Braunschweiger Einheiten bestand, und später auch die kaiserliche Armee zu weiteren strategischen Bewegungen. Baner wollte nach Franken einmarschieren, der bayerische General Mercy stellte sich im jedoch in den Weg. Die protestantischen Kräfte zogen also in den Raum zwischen Wildungen und Ziegenhein in Hessen, während die Kaiserlichen unter Piccolomini ihrer Lager bei Fritzlaru/Eder aufschlugen. Diese Positionen wurden von beiden Armeen untätig bis zum Herbst 1640 gehalten, danach wurden Winterlager gesucht. Die Kaiserlichen wollten im Braunschweiger Gebiet überwintern, Baner machte jedoch dieses Vorhaben durch seinen Feldzug Richtung Weser bei Höxter unmöglich; sie mussten also den Winter in den befreundeten Ländern verbringen, dies galt jedoch als ein strategischer Misserfolg. Die abgebildete Episode ereignete sich bei Fritzlar um den 20. August 1640. Es bleibt hinzuzufügen, dass sich in der Nähe von Baners Lagern bei Ziegenhein am 15. November 1640 ein kleines Gefecht zwischen den verfeindeten Reitertruppen ereignete, dieses ist als Motiv auf dem beschriebenen Kupferstich abgebildet.

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